Die Macht der Gefühle
- Lucy
- 15. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Inhalt:
Wer denkt wir Menschen wären im Wesentlichen vernünftig und rational, der irrt sich, denn wir Menschen sind vor allem Emotionale, fühlende Wesen. Egal ob Frauen oder Männer, unsere Gefühle prägen unsere Sicht der Welt, unser subjektives Erleben und unser Verhalten ganz wesentlich.
Unsere Gefühle sind ein wesentlicher Teil von uns selbst. Sie alle haben eine wichtige Funktion, sowie große Macht über uns. Es ist bereits wissenschaftlich erwiesen das wir die Meisten Entscheidungen eher aufgrund unserer Gefühle, als aufgrund von logischem Denken treffen. In diesem Beitrag möchte ich dir einen Einblick in die Grundemotionen geben und dir zeigen, wie du diese positiv für dich nutzen kannst.
Die Grundemotionen:
Laut aktuellem Stand der Wissenschaft gibt es 5 – 7 Grundemotionen, die bei allen Menschen auf allen Kontinenten vorkommen. Ich persönlich finde es beängstigend das in unserer heutigen Gesellschaft 4 der 5 Grundgefühle als negativ und nicht wünschenswert angesehen werden, und nur eines davon als positiv und erstrebenswert gilt. Diese 5 Grundgefühle sind: Trauer, Wut, Angst, Freude und Ekel. Oft werden noch Überraschung & Verachtung dazugezählt, man spricht dann von den 7 Grundemotionen.
Wir alle wollen Freude empfinden, doch wer mag schon Angst oder Ekel, und ganz besonders Wut und Trauer gelten in der Regel als unerwünscht. Doch wenn wir 4 der 5 Grundgefühle nicht haben möchten, dann lehnen wir damit einen Großteil unseres emotionalen Wesens ab. Dass diese Einstellung und das daraus resultierende Verhalten hochgradig schädlich für unsere Psyche und unser Wohlbefinden ist liegt Nahe.
Darum lehre ich meine Klienten, warum jedes Gefühl wertvoll ist und wie wir die positiven Aspekte unserer Gefühle erkennen und für euch nutzen können.
Im Folgenden möchte ich euch einen Einblick darin geben, warum gerade die von uns als negativ bewerteten Gefühle, auch eine durchaus positive Seite haben und wie ihr diese nutzen könnt.
Warum jedes Gefühl wertvoll ist - Wut
Fritz Perls, der Begründer der Gestalttherapie, eines anerkannten Psychotherapieverfahrens sagte:“ Aggression ist die Kraft und Fähigkeit, die Umwelt an sich anzupassen. Die Unterdrückung dieser Kraft führt zu Selbstzerstörung, bis hin zu Krieg und ist ziellos und destruktiv.“
Perls war überzeugt davon, dass Wut, die Emotion, die hinter Aggression steckt, eine wichtige Fähigkeit ist. Wann warst du zuletzt wütend? Hast du schon einmal in diese Emotion hineingefühlt? Dann hast du sicher bemerkt wie viel Kraft sie freisetzt. Eine Kraft die Menschen schon je her eingesetzt haben, um ihre Umwelt zu gestalten und zu verändern und damit ihr Leben zu verbessern. Die Geschichte der Menschheit ist voll von beeindruckenden Erfindungen, großen Ideen und Menschen, die die Welt verändert haben. Hätten Sie das auch getan, wenn sie alles bereits gut gefunden hätten, so wie es war? Sicher nicht. Hätten Sie es getan, wenn Sie zwar unzufrieden gewesen wären, aber sich kraftlos und zu schwach gefühlt hätten, um etwas zu verändern? Oder wenn Sie sich entschieden hätten, nichts zu tun, und alles zu lassen wie es ist?
Nein, sicherlich nicht. Es war Wut, oder wie Perls sagen würde, die Aggression, die ihnen die notwendige Kraft gegeben und sie angetrieben hat, um was sie störte zu verändern, zu verbessern. Das ist die Kraft, die Fortschritt erschafft.
Es ist sicherlich auch die Kraft, die hinter vielem negativen steckt. Doch nicht die Wut an solches ist negativ, sondern es kommt darauf an, wie wir sie einsetzen.
Warum jedes Gefühl wertvoll ist – Trauer
Trauer fühlt sich furchtbar an. Egal ob der Verlust eines geliebten Menschen, oder die Trauer um eine zerbrochene Beziehung, einen tollen Arbeitsplatz, ein geliebtes Haustier. Natürlich fühlt sich Trauer nicht gut an und kann uns in Verzweiflung stürzen.
Doch Sie kann uns auch mit anderem Verbinden und der Ursprung von Freude, Liebe und wahrer Verbundenheit sein. Nämlich dann, wenn uns gemeinsame Trauer mit anderen verbindet, oder wenn wir einer geliebten Person unsere Trauer und unsere Verletzlichkeit zeigen, und sie uns tröstet und uns dabei hilft wieder glücklich zu sein.
Menschen helfen gerne, doch sie können nicht helfen, wenn sie nicht wissen das wir Hilfe brauchen. Trauer kann ein Kommunikationsmittel sein. Wenn wir weinen, dann weckt es in anderen den Wunsch zu helfen.
Darum kann das Gefühl Trauer auch bereits der Weg zur Heilung sein, wenn wir sie entsprechend nutzen.
Wundervoll gezeigt wird dies zum Beispiel im Film: Inside Out – Alles steht Kopf.
Warum jedes Gefühl wertvoll ist – Angst und Ekel
Die Gefühle Angst und Ekel haben beide eine Schutzfunktion. Sie dienen dazu unser Leben und unsere Gesundheit zu schützen. Angst empfinden wir, wenn wir unser Leben, unsere Gesundheit, oder unser Selbst als bedroht empfinden. Sie soll uns davon abhalten unnötige Risiken einzugehen und uns damit zu beschützen. Ekel dient ursprünglich dazu potenziell giftige Nahrungsmittel von genießbaren zu unterscheiden. In den Zeiten, als wir als Jäger und Sammler die Wälder durchstreiften waren beide Emotionen absolut wichtig für unser Überleben. Heute empfinden wir vielleicht Ekel, wenn wir eine sehr ungepflegte, ungewaschene Person sehen. Das ergibt Sinn, denn dies ist ein Hinweis das diese Person eher nicht diejenige ist, mit der wir uns zum Beispiel fortpflanzen wollen. Denn wer nicht auf sich selbst achtet, wird wohl auch nicht auf uns oder die gemeinsamen Kinder achten.
Doch in unserer heutigen Gesellschaft sind wir nicht mehr denselben Gefahren ausgesetzt wie früher. Unser inneres System ist verwirrt und Angst und Ekel laufen Amok. Wir fürchten Menschen und Situationen, die objektiv gesehen überhaupt nicht gefährlich sind. Wir lehnen aus Angst Fremdes und Veränderungen ab, die unser Leben bereichern und unseren Horizont erweitern können. Daher wird es zunehmend wichtiger diese Gefühle zu erkennen, zu verstehen und ihre Relevanz zu beurteilen, anstatt sich blindlings von ihnen lenken zu lassen.
Abschluss
Also denkt daran, bevor ihr euch Gefühle als negativ oder unnütz abstempelt, das kein Gefühl nur negativ und Gefühle niemals unnütz sind. Sie sind wertvoll und sie sind ein wichtiger Teil von euch.
Ich wünsche mir das die Menschen wieder lernen mit ihren Gefühlen und ihrer Natur als fühlende Wesen im reinen zu sein. Denn wer den Wert seiner Gefühle nicht erkennt und nutzt, der wird nur zu oft blind von ihnen gesteuert. Gefühle gehen nicht weg, wenn man Sie unterdrückt, viel mehr werden sie fehlgeleitet und destruktiv. Und denkt daran, ihr könnt jedes Gefühl zum Guten, oder zum Schlechten einsetzen. Am Ende ist es also nicht das Gefühl, das positiv oder negativ ist, sondern was ihr daraus macht.
Wenn ihr mehr über euch selbst und eure Gefühle lernen wollt, dann kommt gerne
auf mich zu.



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