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Warum es uns nicht gut geht und was wir dagegen tun können

  • showyourselfcoachi
  • 16. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Inhalt:



Das Thema Gefühle ist aktueller denn je. Denn wir leben in einer Zeit, in der Andere unsere Emotionen nutzen, um Geld an uns zu verdienen. Unternehmen setzen auf Werbung mit Gefühlsbotschaften, um uns glauben zu machen, dass ihre Produkte uns ein bestimmtes positives Gefühl vermitteln könnten. Die Medien präsentieren uns eine Katastrophennachricht nach der anderen, weil negative Emotionen ihre Auflage besser steigern als positive. Manipulative, extreme Politiker gewinnen an Macht, indem sie gezielt Angst und Wut schüren, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Social Media und Influencer nutzen unsere Emotionen, um unsere Aufmerksamkeit auf ihre Inhalte zu ziehen – und damit Geld zu verdienen.

„Unsere Emotionen werden von der Wirtschaft ausgebeutet, das daraus entstehende Leid tragen die Einzelnen, die sich mit Depressionen zum Arzt schleppen, falls sie jemals einen Termin bekommen, und dann Tabletten schlucken, um nicht durchzudrehen.“ So fasst Axel Hacke es in seinem Buch Wie fühlst du dich? zusammen. Meiner Meinung nach ist das eine harte und zugleich überaus treffende Darstellung.

Es wird Zeit, dass wir das Thema emotionale Intelligenz und Gefühle in den Fokus rücken. Denn nur so können wir verstehen, wie andere unsere Emotionen nutzen – und wie wir uns davor schützen können.


Die Gründe dafür, warum es uns nicht gut geht


Vielen Menschen in Deutschland geht es nicht gut. Die Zahlen psychischer Erkrankungen gehen durch die Decke, die allgemeine Stimmung ist gedrückt. Aber warum ist das so?

Eine Teilschuld trifft sicherlich die oben erwähnte Ausbeutung unserer Gefühle, um damit Geld zu verdienen. Doch das ist nicht alles. Der Autor Axel Hacke beschreibt in seinem Sachbuch-Bestseller Wie fühlst du dich? eine aktuelle negative Gefühlstrias:


1. Die Trauer um den Verlust des Gewohnten

In Deutschland haben wir vieles schätzen gelernt, das nun nach und nach wegbricht. Noch vor ein paar Jahren konnten wir uns auf unser Gesundheitssystem verlassen: Wer krank war, dem wurde geholfen. Nach dem Ruhestand konnte man sich auf eine Absicherung durch die Rente verlassen. Diese und viele weitere Privilegien sind heute nicht mehr für alle zuverlässig verfügbar – und die Situation verschlechtert sich weiter.

Wir haben ein Recht darauf, darüber traurig zu sein und Angst vor weiteren Verlusten zu haben, sowie vor einer Zukunft, die uns ungewiss und bedrohlich erscheint.


2. Die Angst vor Stillstand und weiteren Verlusten in der Zukunft

Wir wissen, dass unsere Systeme überarbeitet werden müssen. Wir sehen die Risse und Zusammenbrüche in unserem gesellschaftlichen Gefüge. Doch Politiker thematisieren diese Probleme kaum und scheinen weder mit klaren Lösungen noch mit wirksamen Maßnahmen zu reagieren – stattdessen werden viele Themen totgeschwiegen.

Das macht uns Angst vor einer Zukunft, die zunehmend unsicher erscheint. Es macht uns wütend auf Politiker, die wir als verantwortlich ansehen. Denn wir selbst haben oft nicht das Gefühl, etwas verändern zu können. Stattdessen fühlen wir uns gestresst und überlastet in einer schnelllebigen Gesellschaft, die uns mit Innovationen geradezu bombardiert.


3. Die Ohnmacht angesichts einer rasanten Entwicklung, die uns überrollt

„Ohnmacht ist das Gefühl, das wir Menschen am schlechtesten ertragen können“, schreibt Axel Hacke in Wie fühlst du dich? Denn Ohnmacht macht hilflos und verzweifelt. Diese Gefühle führen wiederum zu Wut und Hass. Hasskommentare im Internet, gesellschaftliche Frontenbildung und zunehmende psychische Gewalt sind die Folgen.




Wie psychische Erkrankungen entstehen


Als psychologische Beraterin habe ich eine psychologische Ausbildung absolviert und bin mit Krankheitsbildern sowie aktuellen Behandlungsansätzen und Methoden vertraut. Bei den meisten psychischen Erkrankungen spricht man von multifaktoriellen Ursachen. Das bedeutet: Es gibt nicht nur eine Ursache, sondern mehrere Faktoren, die zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken.

Dazu zählen biochemische und neurologische Ursachen ebenso wie gesellschaftliche und soziale Faktoren sowie individuelle Lebenserfahrungen. Während es gegen biochemische Ursachen Medikamente gibt, lassen sich gesellschaftliche Ursachen in der Regel nur schwer beeinflussen. Auch traumatische Lebenserfahrungen, die wir häufig durch zwischenmenschliche Gewalt erleiden, können zwar psychotherapeutisch behandelt werden, doch diese Behandlungen dienen vor allem der Verarbeitung des Erlebten und der Stärkung eigener Ressourcen. Sie machen das erfahrene Leid nicht ungeschehen.

Dennoch sind solche Therapien hilfreich und empfehlenswert – sie sind jedoch keine Wunderheilung, die immer funktioniert.

Ich bin der Meinung, wir alle sind verantwortlich dafür, einander nach Möglichkeit kein Leid zuzufügen. Und wir tragen die Verantwortung zu verstehen, dass wir alle unter gesellschaftlichen Missständen leiden. Deshalb sollten wir einander mit Verständnis und Mitgefühl begegnen, anstatt unsere eigenen negativen Emotionen an anderen auszulassen.




Warum emotionale Intelligenz eine mögliche Lösung ist


Erkennen und Verstehen sind die ersten Schritte zu einer möglichen Lösung und zur Verbesserung der Gesamtsituation. Natürlich braucht es mehr als das – aber es ist ein guter Anfang. Jeder von uns ist für sich selbst, seine Emotionen und den Umgang mit ihnen verantwortlich.

Gesellschaftliche Missstände gibt es zu jeder Zeit – mal mehr, mal weniger –, doch sie sind immer vorhanden. Meiner Meinung nach sind unsere Emotionen zugleich das Problem und die Lösung. Wir brauchen sie. Sie sind ein existenzieller Teil unseres menschlichen Wesens.

Als Gesellschaft brauchen wir ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie wichtig Gefühle für uns selbst und für andere sind. Denn wir brauchen andere Menschen. Wir brauchen Gefühle wie Liebe und Verbundenheit. Wenn wir etwas für uns selbst verbessern wollen, müssen wir auch etwas für die Menschen um uns herum verbessern.

Lasst uns Zusammenhalt nicht durch gemeinsamen Hass erzeugen, sondern durch Mut und gemeinsames Engagement für die Entwicklung von Lösungen. Denn der Bedarf an Lösungen ist groß. Wir brauchen Helden und mutige Menschen, die bereit sind, an sich selbst und an ihrer Gesellschaft konstruktiv mitzuarbeiten. Was ich unter dem Begriff „Helden“ verstehe, könnt ihr im vorherigen Beitrag nachlesen.


Eine Zukunft, für die es sich zu kämpfen lohnt


Ein Held hat immer ein Ziel – eine Vision einer Zukunft, für die er kämpft. Doch wie könnte sie aussehen, diese Zukunft, für die es sich lohnt zu kämpfen?

Diese Frage kann ich natürlich nur für mich beantworten. Aber vielleicht finden sich einige von euch in meiner Wunschzukunft wieder und möchten mir helfen, dafür einzustehen.


Meine Wunschzukunft:

Ich wünsche mir eine Welt, in der wir alle unsere Individualität leben können, ohne dass jemand einsam ist oder sich ausgeschlossen fühlen muss. Das ist möglich, wenn wir einander respektieren, unsere individuellen Talente, Fähigkeiten und Eigenschaften anerkennen und uns gegenseitig inspirieren – anstatt uns von Neid und Misstrauen leiten zu lassen.

Ich wünsche mir eine Zukunft, in der wir nachhaltig und wieder im Einklang mit der Natur leben. Das bedeutet nicht, dass wir in Höhlen wohnen und mit Speeren Tiere jagen müssen. Aber es bedeutet, dass wir auf bestimmte Dinge verzichten und stattdessen neue Lösungen finden müssen, die unserer Umwelt nicht schaden.

Wir sollten die Natur wieder als das begreifen, was sie ist: unsere Lebensgrundlage, unsere Heimat und unsere Lehrmeisterin. Wir sollten von ihr lernen, sie erforschen und ihre Funktionsweisen auf unser Handeln übertragen – anstatt sie als unseren Besitz zu betrachten. Denn das ist sie nicht.

Ich wünsche mir eine friedliche Zukunft. Eine Zukunft ohne Krieg. Das ist möglich, wenn wir einander zuhören und versuchen, uns gegenseitig zu verstehen. Was wir brauchen, ist echte Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Das bedeutet, dass wir uns ehrlich füreinander interessieren, mehr über die Bedürfnisse und Gefühle anderer erfahren wollen und ihnen helfen, diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Denn Gewalt und Krieg befriedigen keine Bedürfnisse und kennen keine Gewinner. Sie sind Ausdruck von Mangel sowie von Emotionen wie Angst, Wut, Hass und Verzweiflung. Wenn wir Menschen, die sich so verhalten, nur verurteilen, verbessern wir nichts. Stattdessen sollten wir versuchen, sie zu verstehen und ihnen andere Wege sowie echte Hilfe aufzuzeigen.

Ich glaube, ein Schlüssel zu dieser Zukunft liegt im besseren Verständnis der menschlichen Natur. Doch darum soll es im nächsten Artikel gehen.


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